202104 travelbooks 4

Vier Jahre hatten unsere 9er auf ihre Englandexkursion hin gefiebert – und dann kam die Pandemie. Was den bitteren Verlust eines der schönsten Erlebnisse der Schulzeit bedeutete, hatte auch ein weiteres Problem im Schlepptau: ohne Exkursion kein Reisetagebuch, das Jahr für Jahr von unseren „Engländern“ aufgeregt vor der Schule präsentiert wurde und ein Schritt in Richtung Prüfung bedeutete. Wir Englischlehrerinnen dachten uns also eine neue Aufgabe aus, deren Präsentation, wie in jedem Jahr, im Dezember kurz vor den Weihnachtsferien in kleinerem Rahmen stattfinden sollte. Aber da war sie wieder - die Pandemie mit ihrer erneuten Schulschließung. Nun endlich - im April -  war es soweit und die Aufregung wurde fast unerträglich, obwohl die Präsentationen im nunmehr winzigen Umfang in der jeweiligen Gruppe stattfanden.

In diesem Schuljahr ging es mit der neuen Aufgabe gleich ganz weit weg: wenn wir schon nicht physisch reisen dürfen, dachten wir uns, dass wir unsere 9er virtuell als Reiseveranstalter nach Australien schicken. Sie sollten in Anlehnung an unser Tagebuch eine Reise zusammenstellen. Es ging um das ganze Paket von Flügen über Hotels, diversen Ausflugsangeboten, Preislisten bis zu einer überzeugenden Argumentation, warum gerade ihre Reise das Beste schlechthin war, das Fernwehgeplagte sich wünschen könnten.

Was wir in diesen Wochen zu hören und sehen bekamen, überstieg all unsere Erwartungen. Nicht nur, dass alle unglaublich viel Zeit, Kreativität und Liebe zum Detail in ihre Bücher gesteckt hatten, die Vorträge waren teilweise so unterhaltsam, dass wir Tränen lachten. Weg war die Anspannung und Aufgeregtheit, verschwunden die Angst – Zuhören machte wirklich außerordentlich viel Spaß. Sicher trug zu der zunehmenden Gelassenheit auch die überschaubare Menge an Zuschauern bei. Der Stolz über das Geleistete war aber am Ende allen ins Gesicht geschrieben.

Mittlerweile ist der Großteil der Bücher korrigiert. Es wurde noch viel deutlicher als bereits während der Präsentation, wie viele Gedanken sich manche Schülerinnen und Schüler gemacht haben; wie sie regelrecht nach individuellen Juwelen für ihr Paket Kataloge (gar nicht so leicht zu bekommen, wenn Reisebüros geschlossen sind!), Bücher und das Internet durchkämmt haben, um IHRE Reise zusammenzustellen.

Ein dickes Dankeschön geht an euch, liebe 9m1 und 9m2 – ihr habt uns gezeigt, dass euch so schnell nichts aus der Bahn wirft und ihr etwas absolut Fantastisches aus einer Notsituation gemacht habt.

Well done!

Eure Frau Seidel, Frau Gallagher und Frau Bischoff